Demonstration der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc im Wallfahrtsort Tschenstochau (Polen). Die illegale Gewerkschaft Solidarnosc wird zu einer Massenbewegung, die nicht mehr zu stoppen ist.
Quelle: AP Photo

Initiative Frieden und Menschenrechte

Im Januar 1986 wird eine oppositionelle Gruppe gegründet, die sich offensiv dem Thema Menschenrechte zuwendet. Die Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) argumentiert, dass ein dauerhafter Frieden in Europa nur erreicht werden kann, wenn sich in den Staaten des Ostblocks Demokratien etablieren. Das setzt umfassende politische Reformen in allen kommunistischen Diktaturen voraus.

Infostand der Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) auf dem Gelände der Erlösergemeinde während der Friedenswerkstatt in Ost-Berlin am 29. Juni 1986. Die Kirchenleitung untersagt die Präsentation der Untergrundzeitschrift grenzfall. Grenzfall-Redakteur Peter Grimm (2. v. l.).
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Peter Rölle
Mitglieder der Initiative Frieden und Menschenrechte in Ost-Berlin 1987. Die Initiative widerspricht dem Alleinvertretungsanspruch der SED und geht damit konsequent an die Öffentlichkeit. Sie wird von der SED-Geheimpolizei ausgespäht und verfolgt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft

Die IFM unterscheidet sich von anderen Oppositionsgruppen, indem sie auf eine Anbindung an die Kirche und damit auf deren Schutz verzichtet. Mit der Herausgabe der illegalen Zeitschrift grenzfall verstößt sie bewusst gegen die Gesetze der DDR. Die Redakteure beugen sich nicht dem staatlichen Informationsmonopol und berufen sich auf Meinungs- und Pressefreiheit als Grundrechte.

Die Staatssicherheit unterwandert die Gruppe mit Spitzeln. Einige Mitglieder werden verhaftet und aus der DDR ausgewiesen. Trotz des hohen Verfolgungsdrucks ist die IFM weiter aktiv. Ihre Akteure prägen die Revolution von 1989 wesentlich. So sind sie an Gründungsinitiativen mehrerer Bürgerbewegungen und Parteien beteiligt. Die IFM selbst wird im Februar 1990 eine politische Vereinigung mit fester Mitgliedschaft.

Gründungsaufruf der Initiative Frieden und Menschenrechte vom 24. Januar 1986. Die Mitglieder unterschreiben den Aufruf mit Namen und Adresse. Damit praktizieren sie das Recht auf Meinungsfreiheit, das ihnen in der Diktatur verwehrt wird. Mit dieser Offenheit wenden sie sich auch gegen ein von der SED geschürtes Klima der Angst in der Gesellschaft.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Gründungsaufruf der Initiative Frieden und Menschenrechte vom 24. Januar 1986. Die Mitglieder unterschreiben den Aufruf mit Namen und Adresse. Damit praktizieren sie das Recht auf Meinungsfreiheit, das ihnen in der Diktatur verwehrt wird. Mit dieser Offenheit wenden sie sich auch gegen ein von der SED geschürtes Klima der Angst in der Gesellschaft.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Erste Ausgabe des grenzfalls, der Untergrundzeitschrift der Initiative Frieden und Menschenrechte. Diese kursiert in einer Auflage von 50 Exemplaren und besteht aus neun Fotoabzügen, die von einer Heftklammer zusammengehalten werden. Mit den folgenden Ausgaben erhöhen sich Auflage und Umfang stetig.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Erklärung zum Ungarn-Aufstand 1956. Die Initiative Frieden und Menschenrechte sucht das Bündnis mit den Dissidenten der osteuropäischen Staaten. Gezielt werden die Westmedien für eine systematische Öffentlichkeitsarbeit genutzt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
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