Demonstration der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc im Wallfahrtsort Tschenstochau (Polen). Die illegale Gewerkschaft Solidarnosc wird zu einer Massenbewegung, die nicht mehr zu stoppen ist.
Quelle: AP Photo

Netzwerke

In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre wächst die Zahl der oppositionellen Gruppen. Sie organisieren sich zunehmend überregional und bauen Netzwerke auf. Bis 1989 entstehen mehr als zehn solcher Zusammenschlüsse, die mehrere Hundert Gruppen verbinden. Im Netzwerk Arche arbeiten Umweltgruppen zusammen, die Friedensgruppen vernetzen sich über Frieden Konkret. Auch die Wehrdienstverweigerer sind im ganzen Land aktiv.

Oppositionelle Gruppen in der DDR
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Graphik eckedesign
Der seit 1986 DDR-weit agierende Freundeskreis Wehrdiensttotalverweigerer bei der Friedenswerkstatt in der Ostberliner Erlöserkirche 1988. Die Wehrdienstgegner fordern das Recht auf Kriegsdienstverweigerung. In der DDR gibt es keinen Zivildienst, die totale Verweigerung des Militärdienstes wird mit Haft bestraft.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Treffen von Frieden Konkret im Februar 1987. In dem 1983 gegründeten Netzwerk werden politische Aspekte der Friedensarbeit diskutiert. Viele Teilnehmer sind 1989 wichtige Akteure der Revolution: Hans-Jochen Tschiche, Rudi Pahnke, Rainer Eppelmann (1. Reihe, v.l.), Heino Falcke (1. Reihe, 2.v. r.) und Bischof Johannes Hempel (r.)
Quelle: epd-bild/Bernd Bohm
Protestaktion auf der Abschlussveranstaltung des Kirchentages in der Berliner Wuhlheide im Juni 1987. Mitglieder der Offenen Arbeit der evangelischen Kirchen fordern Glasnost (Transparenz) und Demokratie in Kirche und Gesellschaft der DDR.
Quelle: Archiv Bundesstiftung Aufarbeitung, Bestand Klaus Mehner, Nr. 87_0628_EvKT_03
Kritik auf dem Ostberliner Kirchentag im Juni 1987. Mitglieder der Kirche von Unten fordern von der evangelischen Kirche ein offensiveres Eintreten gegen Missstände in der DDR und die Unterstützung systemkritischer Anliegen.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Gründungstreffen des grün-ökologischen Netzwerkes Arche in Ost-Berlin im Januar 1988. Arche engagiert sich gegen Umweltzerstörung in der DDR. Gruppen aus dem gesamten Land schließen sich dem Netzwerk an. Es entwickeln sich auch Kontakte nach West- und Osteuropa.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke
Die Treffen des Arbeitskreises Solidarische Kirche werden zum Austausch von Informationen genutzt. Ab Januar 1989 richtet die Berliner Regionalgruppe einen Informationskiosk ein, in dem oppositionelle Gruppen in regelmäßigen Abständen ihre Zeitschriften vorstellen.
Quelle: Joachim Goertz

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht der Austausch von Informationen. Durch engere persönliche Kontakte sind DDR-weite Solidaritätsaktionen schnell möglich, wenn Oppositionelle verhaftet werden. In Seminaren und anderen Veranstaltungen wird über gemeinsame Ziele diskutiert und Argumentation in freier Rede geübt. Trotz überregionaler Verflechtungen arbeiten die Gruppen weiter selbstständig. Die fehlende zentrale Struktur und ihre Spontaneität machen es der Staatssicherheit schwer, die wachsende Bewegung zu kontrollieren und einzudämmen.

Arche Nova ist die Zeitschrift des grün-ökologischen Netzwerkes Arche und wird mit den bescheidenen Mitteln der Untergrundpresse hergestellt. Die Zeitschrift erreicht eine große Leserzahl. In fachlich fundierten Beiträgen berichten die Autoren über Umweltschäden in der DDR und Aktionen der Umweltbewegung.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Aufruf des thüringischen Arbeitskreises Solidarische Kirche zum gesellschaftlichen Dialog vom Februar 1988. Der 1986 gegründete Arbeitskreis agiert DDR-weit. Die Mitglieder sind überwiegend kirchliche Mitarbeiter, die Kritik an Kirche und Gesellschaft üben und sich für politisch Inhaftierte einsetzen.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Aufruf des thüringischen Arbeitskreises Solidarische Kirche zum gesellschaftlichen Dialog vom Februar 1988. Der 1986 gegründete Arbeitskreis agiert DDR-weit. Die Mitglieder sind überwiegend kirchliche Mitarbeiter, die Kritik an Kirche und Gesellschaft üben und sich für politisch Inhaftierte einsetzen.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Erklärung zum Ungarn-Aufstand 1956. Die Initiative Frieden und Menschenrechte sucht das Bündnis mit den Dissidenten der osteuropäischen Staaten. Gezielt werden die Westmedien für eine systematische Öffentlichkeitsarbeit genutzt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Blog aufrufen
Kontakte aufrufen
zum Seitenanfang