Demonstration der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc im Wallfahrtsort Tschenstochau (Polen). Die illegale Gewerkschaft Solidarnosc wird zu einer Massenbewegung, die nicht mehr zu stoppen ist.
Quelle: AP Photo

Ost-West-Kontakte

Für die Opposition in der DDR sind die Verbindungen in die Bundesrepublik Deutschland und nach West-Berlin von enormer Bedeutung. Vor allem übergesiedelte und ausgewiesene Bürgerrechtler sowie in der DDR akkreditierte Korrespondenten westdeutscher Medien verhelfen den Gruppen zu einer Öffentlichkeit im Westen.

Sie schaffen Kommunikationskanäle zwischen Ost und West und besorgen dringend benötigte Materialien für die Herstellung von Untergrundzeitungen. Verbotene Bücher werden in die DDR geschmuggelt, systemkritische Manuskripte und Briefe über die Grenze in den Westen gebracht. Die Journalisten informieren die internationale Öffentlichkeit über Missstände in der DDR, über Menschenrechtsverletzungen und Verhaftungen.

Blick von West-Berlin auf Mauer und Todesstreifen im Mai 1988.
Quelle: Bundesregierung/Klaus Lehnartz
Die Schriftsteller Lutz Rathenow (l.) und Jürgen Fuchs (r.) suchen die westliche Öffentlichkeit und fordern von ihr, die Diktatur-Gegner in der DDR zu unterstützen. Rathenow lebt in Ost-Berlin. Ein wichtiger Partner in West-Berlin und ein deutlicher Kritiker des DDR-Regimes ist Fuchs. Ihre erste gemeinsame Lesung ist erst nach dem Mauerfall möglich – am 16. Februar 1990 in Berlin.
Quelle: ullstein bild/Andree
Friedenswerkstatt 1983 unter dem Thema „Frieden pflanzen“ in der Erlösergemeinde in Berlin-Lichtenberg. In der Mitte (mit Aktentasche) Karl-Heinz Baum, DDR-Korrespondent der westdeutschen Tageszeitung Frankfurter Rundschau. Baum berichtet kontinuierlich vom Entstehen der Friedensbewegung bis hin zur Friedlichen Revolution.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Peter Wensierski
Der westdeutsche Journalist Peter Wensierski 1983 in Ost-Berlin. Er berichtet seit Anfang der 1980er-Jahre über die Friedens- und Umweltbewegung der DDR. In seinen Publikationen beschreibt er, wie sich die junge Generation zunehmend der staatlichen Bevormundung entzieht.
Quelle: Wolfgang Büscher
Der Korrespondent des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Ulrich Schwarz, mit Sekretärin Gisela Krüger im Ostberliner Redaktionsbüro, 24. November 1976. In seinen Artikeln blickt er kritisch hinter die geschönte Fassade des DDR-Regimes. Bis 1989 ist er eine wichtige Ansprechperson für Oppositionelle in der DDR.
Quelle: Archiv Bundesstiftung Aufarbeitung, Bestand Klaus Mehner, Nr. 76_1124_WIF_Medien_07
Der westdeutsche Journalist Hans-Jürgen Röder im Frühjahr 1988 in Ost-Berlin. Er ist seit 1979 als Korrespondent für den Evangelischen Pressedienst in der DDR akkreditiert. Die wachsende Opposition in der DDR unterstützt er durch seine Berichterstattung und als Kurier von verbotenen Zeitungen, Büchern und Manuskripten.
Quelle: Hans-Jürgen Röder/Privatarchiv
Roland Jahn, ehemaliger Oppositioneller aus Jena und Journalist, in einem Schneideraum des SFB (Sender Freies Berlin) in den 1980er-Jahren. Nach seiner Ausweisung aus der DDR 1983 baut er ein Netzwerk zur Unterstützung der DDR-Opposition auf. Er lässt Videokameras in die DDR schmuggeln und ermöglicht so Berichte, wie sie nie zuvor zu sehen waren.
Quelle: Sabine Sauer
Gert Bastian, Petra Kelly, Otto Schily und Dirk Schneider (v.r.n.l.). Die Mitglieder der westdeutschen Partei Die Grünen werden am 31. Oktober 1983 von DDR-Staatschef Erich Honecker (l.) empfangen. Kelly konfrontiert ihn mit dem Logo der DDR-Friedensbewegung. In der DDR werden Träger des Abzeichens „Schwerter zu Pflugscharen“ verfolgt.
Quelle: ullstein bild/AP
Grenzübergang Kirchhainer Damm am 18. April 1988. Protestaktion gegen den Giftmülltransport von West-Berlin auf die DDR-Deponien Vorketzin und Schöneiche. Die Westberliner Gruppe BRD – DDR (Bloß Rüber Damit – Dreck Dankend Retour) blockiert die Mülltransporter nach Absprachen mit Ostberliner Umweltschützern. In der DDR ist eine solche Aktion undenkbar.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Ralph Rieth

Die Teilung Deutschlands und Berlins in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre wird insbesondere durch die oppositionelle "Initiative Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung" thematisiert. Diese Initiative warnt wiederholt vor den negativen Folgen, welche die Isolation für die Ostdeutschen hat, und fordert die Überwindung dieses Zustandes.

Die Staatssicherheit hält 1987 das Sendegebiet von Radio Glasnost auf einer Karte fest. Der Empfang ist nur in Berlin und dem direkten Umland gut. Die Sendungen schneiden Ostberliner Oppositionelle deshalb auf Tonbandkassetten mit und verbreiten sie im ganzen Land.
Quelle: Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Offener Brief der „Initiative Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung“ vom 23. Januar 1989 an Staatschef Erich Honecker, veröffentlicht in der westdeutschen Tageszeitung Frankfurter Rundschau. Die Initiative beklagt, dass die Abschottung der DDR zerstörerische Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.
Quelle: FR, 28.01.1989/© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Rundschau GmbH, Frankfurt
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