Fließende Formen und kräftige Farben

Tags: Team, Hinter den Kulissen
Albrecht Ecke (l.) und Anja Liebau (r.) mit Jörg Weichenhain, der die Konstruktion geplant und gezeichnet hat.
Quelle: Anja Karrasch

In Kürze beginnen die Bauarbeiten für die Installation der Open-Air-Ausstellung. Die Informationstafeln müssen in 1,30 Meter Tiefe fest im Boden verankert werden. Eine echte Herausforderung: Da keine Geländepläne existieren, mussten durch Bauvorarbeiten neue Pläne über Kanäle und Leitungen erstellt werden. Verantwortlich für die Bauplanung, die Ausstellungsarchitektur und Ausstellungsgrafik ist das Büro eckedesign. Büroleiter Albrecht Ecke und Gestalterin Anja Liebau berichten im Gespräch mit Anja Karrasch, wie die Ausstellung auf dem Stasi-Gelände aussehen wird.

Herr Ecke, inwiefern beeinflussten die fehlenden Geländepläne die Ausstellungsarchitektur?

Albrecht Ecke: Bereits während des Ausschreibungsprozesses erfuhren wir, dass keiner weiß, was sich unter dem Boden befindet. Zunächst wollten wir die Ausstellungstafeln mit Betonfüßen auf den Boden stellen. Aufgrund der statischen Berechnungen wurden die Fundamente immer breiter und tonnenschwer, um eine hohe Standfestigkeit zu erreichen. Das Risiko, dass der Boden die Belastung nicht aushält, wurde zu groß und wir mussten nach einer anderen Lösung suchen.

 

Wie sieht die neue Lösung aus?

Albrecht Ecke: Sie besteht aus Fundamenten, die punktuell im Boden eingelassen werden, um die Pfosten für die Ausstellungstafeln festschrauben zu können. Da der gepflasterte Boden unter Denkmalschutz steht, musste dies von der Denkmalschutzbehörde genehmigt werden. Zudem änderten sich alle technischen und konstruktiven Details, aber der Gesamteindruck des gestalterischen Entwurfs ist derselbe geblieben.

Ein maßstabsgetreues Modell der Ausstellung
Quelle: Anja Karrasch

Was zeichnet den gestalterischen Entwurf aus?

Albrecht Ecke: Die Farbgestaltung der einzelnen Themenblöcke und die geschwungenen Ausstellungselemente bilden einen Kontrast zur starr gegliederten Gebäudearchitektur der Stasi-Zentrale. Die Ausstellung ordnet sich nicht in das triste Umfeld ein, sondern bricht sie mit fließenden Formen und kräftigen Farben auf. Zwischen den einzelnen Elementen bilden sich neue Durchgänge und Räume. Dadurch wird ein vielfältiger Raumeindruck geschaffen, den man ansonsten auf dem Gelände nicht hat. Anja Liebau: Die einzelnen Themenbereiche sind farblich gekennzeichnet. Zum Beispiel ist der Bereich Aufbruch lila, die Revolution magenta und die Meinungsseite blau. Hier können die Besucher auf einer Tafel wie in einem Gästebuch ihre Meinung hinterlassen. Auf dem Alexanderplatz während der temporären Ausstellung gab es das auch schon. Die Kommentare wurden damals regelmäßig abfotografiert und online gestellt.

 

Die Ausstellung kann rund um die Uhr zu jeder Jahreszeit besichtigt werden. Welche Lösungen haben Sie dafür gefunden?

Albrecht Ecke: Alle verwendeten Materialien müssen Klimaschwankungen vertragen können, da die Ausstellungselemente Wind und Wetter ausgesetzt sind. Damit sich Besucher die Ausstellung auch im Dunkeln ansehen können, haben wir ein Beleuchtungssystem entwickelt. Dafür sollen LED Lichtleisten oberhalb der Ausstellungstafeln angebracht werden, die die Tafeln gleichmäßig ausleuchten.

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