Bildungsarbeit und Schülerprojekte in der Stasi-Zentrale

Tags: Stasi-Zentrale, Bildungsangebot, Campus

Junge Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, haben keine Vorstellung vom Leben in der Diktatur. In der Stasi-Zentrale erfahren sie am historischen Ort, wie die DDR-Geheimpolizei organisiert war und wie sie der SED über 40 Jahre die Herrschaft sicherte. Die Dauerausstellung „Revolution und Mauerfall“, die am 15. Juni im Innenhof des Areals in Lichtenberg eröffnet wird, wirft einen anderen Blick auf die Geschichte. Sie zeigt, wie die Diktatur in der DDR überwunden wurde.  

In archivpädagogischen Projekten vermittelt das Bildungsteam des BStU demokratische Werte und motiviert zu bürgerschaftlichen Engagement.
Quelle: BStU/Dresen

Projektarbeit mit den Stasi-Akten

In der Etage direkt über den ehemaligen Büros von Stasi-Minister Erich Mielke
in Haus 1 liegen die Räume des Bildungsteams des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Von hier aus starten viele Führungen für Schüler und Lehrer durch das Stasi-Museum, das Archiv oder über das Gelände der Stasi-Zentrale.

Im Seminarraum finden archivpädagogische Projekte statt. Am Beispiel historischer Fälle aus den Stasi-Akten erarbeiten Schüler selbst, wie die DDR-Geheimpolizei auch junge Menschen systematisch unter Druck gesetzt hat. Eine dieser Projektakten handelt von einer jungen Schülerin, die nach der Flucht der Mutter in die Bundesrepublik als Freiwillige von der Stasi angeworben wurde. „Shenja“, so der Deckname der inoffiziellen Mitarbeiterin, sollte gezielt „gefördert und erzogen werden“, um „ein Kader zu werden, wie ihn [die] Gesellschaft braucht“, heißt es in ihrer Stasi-Akte.

Wichtig ist dem Bildungsteam der BStU den Jugendlichen und jungen Erwachsenen demokratische Werte zu vermitteln und sie zum bürgerschaftlichen Engagement zu motivieren. Mit der Eröffnung der Dauerausstellung im Innenhof der Stasi-Zentrale ergeben sich dafür neue Anknüpfungspunkte. Die will das Bildungsteam nutzen und die Friedliche Revolution mehr in den Fokus des Bildungsangebots rücken. Das Engagement mutiger Ostdeutscher für Freiheit und Demokratie soll dem Repressionsapparat der Staatssicherheit entgegengestellt werden. 

Blick auf Haus 1 (mitte) und Haus 7 (rechts), in denen das Bildungsteam Projekte, Führungen und Seminare anbietet. Auf dem Gelände der Stasi-Zentrale findet das Educaching großen Anklang.
Quelle: BStU/Dresen

Educaching – das Stasi-Gelände per GPS erkunden

Ein weiteres Modul der Bildungsarbeit ist das sogenannte Educaching auf dem Stasi-Gelände. Angelehnt an das beliebte Geocaching vermittelt Educaching den Schülern die mitunter trockenen historischen Fakten spielerisch. Mit GPS-Geräten gehen die Schüler auf „Schatzsuche“. Anhand von Geokoordinaten spüren sie „Caches“ auf. Die versteckten Behälter befinden sich an markanten Orten des Geländes und enthalten Projektmappen mit Aufgaben, die in Kleingruppen bearbeitet werden müssen. Von der „Schatzsuche“ und den Ergebnissen der Gruppenarbeit wird abschließend in einer Präsentationsphase berichtet.

 Schon heute findet also in den grauen Gebäuden der Stasi-Zentrale eine lebhafte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit statt. Ein vielfältiges Bildungsangebot informiert vor allem diejenigen, die ohne  Diktatur- und Repressionserfahrungen aufgewachsen sind. Mit der Eröffnung der Open-Air-Ausstellung wird das Gelände dann auch farblich ein wenig bunter werden.

Über das Bildungsangebot auf dem Gelände der Stasi-Zentrale informiert die BStU auf ihrer Website. Dort finden sich auch Termine zu Weiterbildungsveranstaltungen sowie kostenfreie Unterrichtsmaterialien. www.bstu.de/bildung

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
*

*
Blog aufrufen
Kontakte aufrufen
zum Seitenanfang