Kein Indianerspiel. DDR-Reportagen eines Westjournalisten

14.06.2017 | Veranstaltungen, Aktuelles

Ein Gespräch zwischen Karl-Heinz Baum und Wolfgang Templin moderiert Dr. Jacqueline Boysen, Journalistin aus Berlin.

Karl-Heinz Baum arbeitete von 1977 bis 1990 als DDR-Korrespondent der Frankfurter Rundschau in Ost-Berlin. In dieser Zeit verfasste er zahlreiche Reportagen, in denen sich nicht nur die deutsch-deutsche Politik spiegelt, sondern auch der Alltag der Ostdeutschen: Mit den Menschen sprechen und sie sprechen lassen, die Wirklichkeit einfangen, um sie unvoreingenommen zu beschreiben, lautete sein journalistisches Prinzip.

Baums ungewöhnliche Reportagen rufen nicht nur Alltagsereignisse in der DDR und auch die dramatischen Ereignisse des Wendeherbstes 1989 in Erinnerung, sondern bringen schon damals erstaunlich hellsichtig in wenigen markanten Sätzen historisch gewordene Geschichtsmomente auf den Punkt (dpa). Hintergrundberichte zur Entstehung und Wirkung der Reportagen geben einen spannenden Einblick in Karl-Heinz Baums Arbeit. Er thematisierte Probleme, die die große Mehrheit westdeutscher Journalisten nicht aufgriffen. Auch aus diesem Blickwinkel hat seine Auseinandersetzung mit der Tätigkeit eines Journalisten in einer Diktatur bis heute nichts an Brisanz verloren. Zahlreiche Abbildungen, Karikaturen und konkrete Arbeitsanregungen für Schüler der 9. bis 12. Klassen ergänzen den Textband und ermöglichen den Einsatz im Geschichtsunterricht.

Wolfgang Templin, der systemkritische Beiträge in DDR-Untergrundzeitschriften veröffentlichte, wagte es auch in westdeutschen Medien unter seinem Namen zu publizieren, stand West-Journalisten als Gesprächspartner zur Verfügung, lieferte ihnen Hintergrundinformationen und war spätestens im Zuge seiner Inhaftierung und Ausbürgerung 1988 selbst Gegenstand der Berichterstattung.

Interview mit Karl-Heinz Baum

Termin: 21. Juni 2017 um 18 Uhr

Ort: Café Vernunft, Haus 19, Stasi-Zentrale, Ruschestraße 109, 10365 Berlin

Fahrverbindung:  U5 Magdalenenstraße (es gibt kaum Parkmöglichkeiten im Umfeld)

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter ts[at]havemann-gesellschaft.de wird gebeten.

Veranstaltungsflyer

Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft in Kooperation mit dem CH. LINKS VERLAG. Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.


Pressekontakt

Tom Sello

Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall"

Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
Schliemannstraße 23
10437 Berlin

+49 (0)30 447 108 11
+49 (0)176 50341690

tom.sello[at]havemann-gesellschaft.de

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