Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“ in der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg feierlich eröffnet

Ab heute ist die Schau täglich rund um die Uhr geöffnet

15.06.2016 | Berlin

Berlin, 15. Juni 2016 – Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, und Birgit Monteiro, Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg, haben heute die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“ im Innenhof der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg feierlich eröffnet. Die zweisprachige Dauerausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft ist nun täglich rund um die Uhr geöffnet. Vom 17. bis 19. Juni findet ein umfangreiches Eröffnungsprogramm auf dem Gelände statt. 

Anlässlich der Eröffnung erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters:

„Diese Dauerausstellung ist den mutigen Menschen gewidmet, die mit Zivilcourage und Entschlossenheit auf den Straßen und Plätzen in Ostdeutschland Freiheit und Demokratie einforderten. Sie waren es, die mit ihren friedlichen Protesten entscheidend dazu beitrugen, dass das SED-Regime schließlich in sich zusammenbrach. Trotz hoher persönlicher Risiken, zermürbender Schikanen des Repressionsapparats, Haft und Gewalt ließen sich diese DDR-Bürgerinnen und –Bürger nicht von ihrem friedlichen Weg zur Freiheit abbringen. Ihnen verdanken wir die Friedliche Revolution - und einen der glücklichsten Momente in unserer deutschen Geschichte.“

Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller nahm Bezug auf die Geschichte des Ortes und sagte:  

„Die ehemalige Stasi-Zentrale steht mit ihren vielen Kilometern Geheimdienstakten wie kein anderer Ort für das Überwachungssystem der DDR und das Unrecht des SED-Staats. Gleichzeitig steht der Ort für die Oppositionsbewegung – hier wurde im Januar 1990 nach den Außenstellen auch das Zentrum der Überwachung besetzt. Was für uns heute selbstverständlich ist, dass wir uns mit diesem Teil unserer Geschichte anhand von Stasi-Akten auseinandersetzen und vor allem: dass jeder betroffene Bürger das Recht hat, seine Akte zu einzusehen – das ist im Rückblick keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sondern hart erkämpft von mutigen Bürgerinnen und Bürgern. Ich empfinde es als Genugtuung, dass aus diesem Ort der Täter ein Ort der kritischen Auseinandersetzung mit dem Erbe der Diktatur geworden ist. Und vor allem: Dass heute die Akten eingesehen und erforscht werden können, dass hier Aufklärung stattfindet, Bildungsarbeit, und dass mit der Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft die ehemaligen Gegner des Ministeriums für Staatssicherheit an einem so zentralen Ort die Deutung der Ereignisse von 1989/90 vornehmen, dass genau sie diesen Ort definieren, das ist eine historische Volte, über die man sich gar nicht genug freuen kann.“

Birgit Monteiro, Bezirksbürgermeisterin von Berlin, erinnerte an die historischen Ereignisse, die 1990 in der Stasi-Zentrale stattfanden, und unterstrich die Bedeutung der Ausstellung für das Areal:

„Das Jahr 1989 hat Berlin grundlegend und dauerhaft verändert. Lichtenberg war zu dieser Zeit Schauplatz von international bedeutenden Ereignissen wie der Erstürmung der Stasi-Zentrale. Die Ausstellung schafft es auf eine packende Art und Weise, dieses Jahr einzufangen und anschaulich darzustellen. Ich freue mich, dass sie jetzt an den Ort des Geschehens eine besonders passende und dauerhafte Heimat gefunden hat. Davon profitiert nicht nur die Ausstellung, sondern auch das Erscheinungsbild des gesamten historischen MfS-Komplexes.“

Tom Sello, Projektleiter der Ausstellung „Revolution und Mauerfall“, sagte:

 „Diese Ausstellung über 1989 steht als Symbol für das Überwinden von Abgrenzungen und für die Verteidigung von Freiheit und Demokratie. Sie zeigt zugleich die Basis auf, auf der unsere heutige Gesellschaft steht. Denn so wichtig uns allen Freiheit und Demokratie ist – so notwendig ist es auch, diese immer wieder als Staatsform zu verteidigen und – mindestens so wichtig –  als Lebensform zu praktizieren. Nicht nur in der Vergangenheit ging es um Freiheit. Auch heute geht es um sie.“

 

Zur Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“

Die zweisprachige Dauerausstellung (D/E) „Revolution und Mauerfall“ der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. im Innenhof der Stasi-Zentrale zeigt die wichtigsten Stationen der Friedlichen Revolution in der DDR – von den Anfängen des Protests über den Mauerfall bis zur deutschen Einheit. Mehr als 650 eindrucksvolle Bilder, historische Dokumente und Filme laden zur Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Umbruch in Ostdeutschland ein und erinnern an die bewegenden Momente der geglückten Freiheitsrevolution. Die multimediale Schau stellt die Akteure von damals in den Mittelpunkt. Sie zeichnet den vielschichtigen Prozess der Selbstbefreiung nach und zeigt, wie unterschiedlich die Interessen, Motive und Ziele der Beteiligten waren.

Ein zweisprachiger Audioguide führt durch die Ausstellung. Auf der Website www.revolution89.de finden Besucher vertiefende Angebote, Hintergründe und aktuelle Informationen. Die Open-Air-Ausstellung ist ab dem 15. Juni täglich rund um die Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Eröffnungsprogramm vom 17. bis 19. Juni

Vom 17. bis 19. Juni 2016 findet ein umfangreiches Eröffnungsprogramm mit stündlichen Zeitzeugenführungen durch die Ausstellung sowie mit Rundgängen durch das Stasi-Archiv und über das Gelände statt. Höhepunkt des Wochenendes ist ein Spezial-Konzert von „Speiche and Friends“ am 17. Juni um 19 Uhr. Auf der Bühne stehen Musiker der erfolgreichsten ostdeutschen Bluesbands. Am zentralen Informationspunkt auf dem Gelände können zwischen 10 und 17 Uhr Audioguides ausgeliehen werden.

 

Informationen auf einen Blick

·  Ausstellungsort: Stasi-Zentrale, Ruschestraße 103, 10365 Berlin-Lichtenberg
·  Eröffnung am 15. Juni 2016, 11.30 Uhr
·  Täglich rund um die Uhr geöffnet, Eintritt frei, barrierefreier Zugang
·  Informationspunkt täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet
·  Aktuelle Informationen unter www.revolution89.de
·  Social Media: www.facebook.com/AusstellungRevolution89, www.twitter.com/Rev89_de    

 

Pressematerial zum Download

Digitale Pressemappe

Flyer Eröffnungsprogramm

Pressefotos (im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung zur Ausstellung frei)

 

Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“

Die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“ ist ein Projekt der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und das Bezirksamt Berlin-Lichtenberg.

Robert-Havemann-Gesellschaft und Archiv der DDR-Opposition

Das Archiv der DDR-Opposition sammelt, bewahrt und erschließt Materialien zu Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in der SBZ/DDR. Es ist eines der bedeutendsten Archive zur DDR-Oppositionsgeschichte. Trägerin ist die Robert-Havemann-Gesellschaft. Der Verein gibt Publikationen zur Oppositionsgeschichte heraus und betreibt Bildungsarbeit mit Ausstellungen, in Veranstaltungsreihen und Seminaren.


Pressekontakt

Tom Sello

Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall"

Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
Schliemannstraße 23
10437 Berlin

+49 (0)30 447 108 11
+49 (0)176 50341690

tom.sello[at]havemann-gesellschaft.de

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