„Mauerspechte“ am 10. November 1989 in Berlin. Die Menschen fangen an, die Berliner Mauer selbst abzutragen. Der offizielle Abbau beginnt ebenfalls im November 1989 am Potsdamer Platz und wird ab dem 20. Februar 1990 zwischen Brandenburger Tor und dem Grenzübergang Checkpoint Charlie fortgesetzt.
Quelle: Bundesregierung/Uwe Rau

Der Kampf um das "Volkseigentum"

In der DDR haben die Staatspartei SED, ihre Massenorganisationen und die staatlichen Blockparteien große Vermögen angehäuft. Im Juni 1990 richtet die Volkskammer eine unabhängige Kommission zur Ermittlung dieses Vermögens ein. Doch es gelingt ehemaligen Funktionären, Milliardenbeträge beiseitezuschaffen. Sie gründen Firmen, vergeben großzügige Darlehen an Parteimitglieder, spenden parteinahen Einrichtungen und nutzen ihre Auslandskontakte.

Auf Anregung des Zentralen Runden Tisches gründet die DDR-Regierung Anfang März 1990 die Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums. Zur gleichen Zeit wird das gesamte Ausmaß des wirtschaftlichen Bankrotts der DDR deutlich. Ab Juni 1990 konzentriert sich die Treuhandanstalt auf die Privatisierung der mehr als zentausend staatlichen DDR-Betriebe. Bis Oktober sind noch nicht einmal zweihundert verkauft. Die Gründe sind umfassender Sanierungsbedarf, hohe Verschuldung, unklare Eigentumsverhältnisse und das rasche Wegbrechen der Märkte.

Heftig umstritten ist die Regelung der Eigentumsfragen. Für Enteignungen durch das kommunistische Regime seit 1949 gilt schließlich mit wenigen Ausnahmen das Prinzip "Rückgabe vor Entschädigung".

Auf einer Demonstration am 10. Dezember 1989 in Ost-Berlin wird eine gerechte Verteilung des von der SED angehäuften Vermögens gefordert. Doch die Partei SED-PDS weiß dies zu verhindern.
Quelle: Hans-Peter Stiebing
Oftmals wird die Forderung nach Volksaktien erhoben, um die Bevölkerung am sogenannten Volksvermögen zu beteiligen, wie hier am 25. Februar 1990 auf einer Wahlkampfveranstaltung der SPD in Leipzig. In der Tschechoslowakei scheitert ein solcher Versuch. Dort fällt der Wert der Volksaktie aufgrund wirtschaftlicher Probleme ins Bodenlose.
Quelle: Johannes Beleites
Ab dem 1. Juni 1990 untersteht das bis August 1989 angesammelte Vermögen von fünf Parteien und 18 Massenorganisationen einer Unabhängigen Prüfkommission (UKPV). Sie kommt in ihrem Schlussbericht zu dem Ergebnis, dass die SED-PDS eine „Strategie der Vermögensverschleierung“ verfolgt hat.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Graphik eckedesign
Die Treuhandanstalt in Berlin ist von 1990 bis Ende 1994 im ehemaligen Haus der Ministerien (heute Detlev-Rohwedder-Haus) untergebracht. Sie zieht aus vielerlei Gründen Kritik auf sich. Bemängelt werden unter anderem Organisationsdefizite, schleppende Abwicklung und eine überproportionale Berücksichtigung von Investoren aus dem Westen.
Quelle: picture-alliance/ZB/Jan Bauer
Im Sommer 1990 schaffen ehemalige Partei- und Staatsfunktionäre der DDR Milliardenbeträge beiseite. Mit dieser Tasche wird 1990 Bargeld aus der SED-PDS-Zentrale geschmuggelt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Die DDR hatte Grundbesitzer enteignet und deren Land neu verteilt. Diese Immobilien sollen nach der Wiedervereinigung den ehemaligen Eigentümern zurückgegeben werden. Dagegen klagen die aktuellen Besitzer vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Sie scheitern mit ihrer Klage im Juni 2005.
Quelle: picture-alliance/dpa/dpaweb/Rolf Haid
Am 19. Oktober 1990 durchsucht die Polizei in Berlin die Zentrale der PDS, die aus der DDR-Staatspartei SED hervorgegangen ist. Die Partei steht unter dem Verdacht, Teile des SED-Vermögens dem Zugriff der treuhänderischen Verwaltung entzogen zu haben. Karikatur in den Kieler Nachrichten, 27. Oktober 1990.
Quelle: Horst Haitzinger
Mitarbeiter der Staatssicherheit versuchen, Gelder ins Ausland zu verschieben, berichtet am 6. Dezember 1989 der DDR-Rundfunk. Mindestens 107 Millionen D-Mark wurden illegal ins Ausland transferiert.
Quelle: Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Mitarbeiter der Staatssicherheit versuchen, Gelder ins Ausland zu verschieben, berichtet am 6. Dezember 1989 der DDR-Rundfunk. Mindestens 107 Millionen D-Mark wurden illegal ins Ausland transferiert.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/BStU-Kopie
Im Februar 1990 schlagen Vertreter von Demokratie Jetzt die Einrichtung einer Treuhandgesellschaft zur Wahrung der Anteilsrechte der Ostdeutschen am sogenannten Volkseigentum vor. In einer Unterschriftenaktion sprechen sich zahlreiche Bürger für die Ausgabe entsprechender Anteilsscheine aus.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Quelle: Archiv Peter Wensierski/DER SPIEGEL
Eine zentrale Strategie, das von der SED zur PDS gerettete Vermögen zu verschieben, offenbart ein parteiinternes Schreiben des PDS-Finanzstrategen Wolfgang Langnitschke an den Vizechef der Partei, Wolfgang Pohl, vom 25. April 1990.
Quelle: Archiv Peter Wensierski/DER SPIEGEL
Eine zentrale Strategie, das von der SED zur PDS gerettete Vermögen zu verschieben, offenbart ein parteiinternes Schreiben des PDS-Finanzexperten Wolfgang Langnitschke an den Vizechef der Partei, Wolfgang Pohl, vom 25. April 1990.
Quelle: Archiv Peter Wensierski/DER SPIEGEL
Quelle: Archiv Peter Wensierski/DER SPIEGEL
Im Sommer 1990 schaffen ehemalige Partei- und Staatsfunktionäre der DDR Milliardenbeträge beiseite. Siebenstellige Beträge werden auf den Quittungen vermerkt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft / Peter Wensierski
Im Sommer 1990 schaffen ehemalige Partei- und Staatsfunktionäre der DDR Milliardenbeträge beiseite. Siebenstellige Beträge werden auf den Quittungen vermerkt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft / Peter Wensierski
Quelle: Archiv Peter Wensierski/DER SPIEGEL
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