„Mauerspechte“ am 10. November 1989 in Berlin. Die Menschen fangen an, die Berliner Mauer selbst abzutragen. Der offizielle Abbau beginnt ebenfalls im November 1989 am Potsdamer Platz und wird ab dem 20. Februar 1990 zwischen Brandenburger Tor und dem Grenzübergang Checkpoint Charlie fortgesetzt.
Quelle: Bundesregierung/Uwe Rau

Grenzenlos frei

Die alten Regeln gelten nicht mehr und die neuen setzen sich erst allmählich durch. In dieser Übergangssituation entwickeln die Ostdeutschen zunehmend ein bisher ungekanntes Lebensgefühl zwischen "Hunger nach allem", Hoffnungen und Ängsten. Sie merken: Ihr Land verändert sich.

Mauergraffiti „Change“ (Wandel), Berlin 1990.
www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/mauerfall.html
Quelle: Maro/Umbruch Bildarchiv/Berlin

Durch die Demokratisierung von Staat und Gesellschaft in der "Noch-DDR" wird vieles möglich. Mannigfaltige politische und soziale Initiativen von unten werden gegründet.

Die Bürger machen sich selbstständig, rufen Interessenvertretungen ins Leben und entmachten noch amtierende SED-PDS-Funktionäre. Sie engagieren sich für die Umwelt und den Erhalt ihrer Städte, gründen Zeitschriften, setzen sich für Bildung und ihre Rechte als Arbeitnehmer ein. Häufig erfahren sie unbürokratische und spontane Hilfe aus der Bundesrepublik. Sie entdecken den bisher verbotenen Westen auf vielfältige Weise.

Doch die Arbeitslosenzahlen steigen. Unter die Freude über die gewonnene Freiheit mischt sich bei zahlreichen Menschen ein Gefühl von Zukunftsangst.

Die landesweiten Veränderungen werden im Alltag sichtbar. Besonders in Berlin zeigen sie sich wie in einem Brennglas. Die Mauer verschwindet und die geteilte Stadt wächst allmählich zusammen.

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