„Mauerspechte“ am 10. November 1989 in Berlin. Die Menschen fangen an, die Berliner Mauer selbst abzutragen. Der offizielle Abbau beginnt ebenfalls im November 1989 am Potsdamer Platz und wird ab dem 20. Februar 1990 zwischen Brandenburger Tor und dem Grenzübergang Checkpoint Charlie fortgesetzt.
Quelle: Bundesregierung/Uwe Rau

Keine Experimente

Ab November 1989 ändert sich die Stimmung auf der Straße. Aus dem Ruf "Wir sind das Volk" wird immer häufiger "Wir sind ein Volk". Dass die DDR reformierbar sei, glauben nur noch wenige. Die erste freie Volkskammerwahl in der DDR im März 1990 wird zu einer Entscheidung für die deutsche Einheit.

Begrüßung des Bundeskanzlers Helmut Kohl am 19. Dezember 1989 in Dresden.
Quelle: ullstein bild/Vario-Press

Teile der im Herbst 1989 neu gegründeten Bürgerbewegungen werben für Reformen in der DDR und eine allmähliche Annäherung der beiden deutschen Staaten. Einheitsskeptiker in Ost und West fürchten einen "Ausverkauf der DDR" und warnen vor einem Wiederaufleben von rechtsnationalem Gedankengut in Deutschland. Zeitgleich tritt die wirtschaftliche und politische Krise immer deutlicher zutage. Die Geduld der Menschen ist erschöpft. Der Ruf nach der deutschen Einheit wird lauter.

Zunächst planen auch westdeutsche Politiker ein stufenweises Zusammenwachsen von DDR und Bundesrepublik. Doch der Druck der Straße drängt zu schnellerem Handeln. Die erste freie und demokratische Wahl in der DDR findet am 18. März 1990 statt. Sieger wird das Wahlbündnis Allianz für Deutschland, das für eine schnelle Vereinigung der beiden deutschen Staaten eintritt.

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