„Mauerspechte“ am 10. November 1989 in Berlin. Die Menschen fangen an, die Berliner Mauer selbst abzutragen. Der offizielle Abbau beginnt ebenfalls im November 1989 am Potsdamer Platz und wird ab dem 20. Februar 1990 zwischen Brandenburger Tor und dem Grenzübergang Checkpoint Charlie fortgesetzt.
Quelle: Bundesregierung/Uwe Rau

Die ersten freien Wahlen in der DDR

Aus Sorge vor einer instabilen Situation schlägt Ministerpräsident Hans Modrow den oppositionellen Parteien und Bürgerbewegungen im Januar 1990 eine Regierungsbeteiligung vor. Das Parlament der DDR soll im Mai gewählt werden. Aufgrund des Handlungsdrucks wird der Termin auf den 18. März vorgezogen.

Neu gegründete politische Vereinigungen, die den traditionellen bundesrepublikanischen Parteien SPD, CDU oder FDP nahestehen, haben im Wahlkampf Vorteile. Sie erhalten organisatorische, personelle und finanzielle Unterstützung aus dem Westen.

Einige Parteien und Bewegungen mit ähnlichen Zielen schließen sich zu Bündnissen zusammen, um ihre Chancen bei der Wahl zu erhöhen. Das Neue Forum, die Initiative Frieden und Menschenrechte sowie Demokratie Jetzt bilden das Bündnis 90. CDU, Deutsche Soziale Union und Demokratischer Aufbruch gehen die Allianz für Deutschland ein und setzen auf die Ankündigung der Währungsunion als zugkräftiges Programm.

Eine Vielfalt von Parteien und Gruppen stellt sich zur Volkskammerwahl und übersät die DDR mit Wahlplakaten – eine neue Erfahrung für die DDR-Bevölkerung.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Plakatsammlung
Eine Vielfalt von Parteien und Gruppen stellt sich zur Volkskammerwahl und übersät die DDR mit Wahlplakaten – eine neue Erfahrung für die DDR-Bevölkerung.
Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., Archiv für Christlich-Demokratische Politik, Plakatsammlung
Eine Vielfalt von Parteien und Gruppen stellt sich zur Volkskammerwahl und übersät die DDR mit Wahlplakaten – eine neue Erfahrung für die DDR-Bevölkerung.
Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., Archiv für Christlich-Demokratische Politik, Plakatsammlung
Eine Vielfalt von Parteien und Gruppen stellt sich zur Volkskammerwahl und übersät die DDR mit Wahlplakaten – eine neue Erfahrung für die DDR-Bevölkerung.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Plakatsammlung
Eine Vielfalt von Parteien und Gruppen stellt sich zur Volkskammerwahl und übersät die DDR mit Wahlplakaten – eine neue Erfahrung für die DDR-Bevölkerung.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Plakatsammlung
Politische Parteien wie Christdemokraten, Sozialdemokraten oder Liberale in der DDR stehen den traditionellen bundesrepublikanischen Parteien nahe und erhalten Unterstützung aus dem Westen. Bundeskanzler Helmut Kohl als Wahlhelfer für die Ost-CDU am 20. Februar 1990 in Erfurt.
Quelle: Bundesarchiv/183-1990-0220-032/Heinz Hirndorf
Der ehemalige Bundeskanzler und SPD-Politiker Willy Brandt auf einer Veranstaltung der SPD in Potsdam am 11. März 1990. Die ostdeutschen Parteien setzen im Wahlkampf insbesondere auf populäre Politiker aus der Bundesrepublik.
Quelle: Hans-Peter Stiebing
Im Vorfeld der Volkskammerwahl bildet sich der Bund Freier Demokraten als Wahlbündnis liberaler Parteien in der DDR. Der Außenminister der Bundesrepublik und FDP-Politiker Hans-Dietrich Genscher auf einer Wahlkundgebung des Bundes Freier Demokraten am 28. Februar 1990 in Erfurt.
Quelle: Bundesarchiv/183-1990-0228-030/Heinz Hirndorf
Einige Parteien gehen im Wahlkampf Bündnisse ein. Das Neue Forum, die Initiative Frieden und Menschenrechte sowie Demokratie Jetzt bilden das Bündnis 90. Bei der Allianz für Deutschland aus CDU, Deutscher Sozialer Union und Demokratischem Aufbruch können die Parteien dennoch einzeln gewählt werden.
Quelle: Bundesarchiv/1990/0312/21N
Anfang Februar 1990 fordert der Zentrale Runde Tisch, im Wahlkampf auf Gastredner aus der Bundesrepublik und West-Berlin zu verzichten. So sollen Benachteiligungen von antretenden Parteien und Einflussnahmen aus dem Westen verhindert werden. Doch niemand hält sich an diesen Appell.
Quelle: Berliner Zeitung, 17./18.2.1990

Wahlergebnisse

Die Wahlbeteiligung ist mit über 90 Prozent außerordentlich hoch und das Ergebnis eindeutig. Mit knapp 50 Prozent gewinnt die Allianz. Die Mehrheit der Bevölkerung stimmt somit für eine schnelle Wiedervereinigung.

Warten auf die Hochrechnungen der ersten freien Wahlen in der DDR. Die Übertragungswagen aller großen nationalen und internationalen Sender vor dem Palast der Republik in Ost-Berlin am 18. März 1990 zeugen vom weltweiten Interesse.
Quelle: Rolf Zöllner
DDR-Volkskammerwahl 18. März 1990.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Graphik eckedesign
Lothar de Maizière, Spitzenkandidat der Ost-CDU, am Abend der Volkskammerwahl.
Quelle: Bundesarchiv/183-1990-0318-046/Klaus Oberst
Jens Reich, Mitglied des Neuen Forums, während eines Interviews am Wahlabend mit ZDF-Korrespondent Michael Schmitz. Die im Herbst 1989 neu entstandenen Parteien und Bewegungen sind die Verlierer der ersten freien Wahlen in der DDR.
Quelle: Bundesregierung/Lehnartz
Die neue Regierung der DDR aus einer Großen Koalition von Allianz, SPD und Liberalen konstituiert sich am 12. April 1990. Der Vorsitzende der Ost-CDU, Lothar de Maizière (1. Reihe, 3. v. r.), wird Ministerpräsident.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm
DDR-Kommunalwahlen 6. Mai 1990.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Graphik eckedesign
Am 6. Mai 1990 finden die ersten freien Kommunalwahlen in der DDR statt – hier ein Wahllokal in Berlin-Pankow. Die Wahlbeteiligung ist mit etwa 80 Prozent sehr hoch.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Eilmes
Fast ein Jahr nach den gefälschten Kommunalwahlen finden am 6. Mai 1990 die ersten freien Kommunalwahlen in der DDR statt. Die Wahlbeteiligung ist mit etwa 80 Prozent sehr hoch.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Plakatsammlung
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