Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Die Bürger formieren sich

Die Fluchtwelle verändert die DDR. Viele Menschen überwinden ihre jahrzehntelange Lethargie, suchen Gleichgesinnte und organisieren sich. Es bilden sich neue Gruppen und Parteien, die für Freiheitsrechte in der Gesellschaft eintreten.

Plakat zum Gründungstreffen des Neuen Forums Prenzlauer Berg in Ost-Berlin am 10. November 1989.
Quelle: Henning Wagenbreth, 1989

Im Spätsommer 1989 entstehen mehrere politische Bewegungen, die sich für Versammlungs-, Presse- und Meinungsfreiheit einsetzen. Anfang September wird das Neue Forum gegründet. Fast zeitgleich bildet sich eine sozialdemokratische Partei in der DDR und es entstehen Bürgerbewegungen wie Demokratie Jetzt und Demokratischer Aufbruch. Sie alle fordern von der kommunistischen DDR-Führung Reformen und einen offenen Dialog mit der Bevölkerung.

Doch in der DDR beansprucht die Sozialistische Einheitspartei (SED) die alleinige Macht. Die Neugründungen gelten als verfassungsfeindlich. Die SED will diese Aktivitäten beenden. Sie bedient sich dabei des Ministeriums für Staatssicherheit, das alle politischen Gegenkräfte im Land mit geheimpolizeilichen Methoden bekämpft. Trotz der staatlichen Verfolgung schließen sich die Ostdeutschen den neuen Parteien und Bewegungen zu Tausenden an.

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