Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Dialog mit der Staatsmacht

Die SED wendet sich an die Bevölkerung. Eine Mischung aus halbherzigen Eingeständnissen soll Veränderungen vortäuschen. Die Staatspartei beharrt jedoch auf ihrem Machtmonopol. Auszug aus der Berliner Zeitung, dem damaligen Ostberliner SED-Organ, vom 12. Oktober 1989:

"[...] Die Probleme der weiteren Entwicklung der DDR lösen wir selbst – im sachlichen Dialog und im vertauensvollen politischen Miteinander. [...] Gemeinsam wollen wir in einer starken sozialistischen DDR die Schwelle zum nächsten Jahrtausend überschreiten. [...] Wir stellen uns der Diskussion. [...] Das Volk der Deutschen Demokratischen Republik hat sich für immer für den Sozialismus entschieden. [...] Unser Arbeitsplatz bleibt unser Kampfplatz für Sozialismus und Frieden." 

Das Politbüro der SED, das Machtzentrum der kommunistischen Partei und des Staates, lässt an jedem 1. Mai das Volk an sich vorüberziehen, wie hier 1987 in Ost-Berlin.
Quelle: ullstein bild/P/F/H
Berliner Sonntagsgespräch am 29. Oktober 1989 vor dem Ostberliner Roten Rathaus. Etwa zwanzigtausend Menschen sind erschienen. Über fünf Stunden lang setzen sie den Vertretern des Machtapparates, wie dem SED-Chef von Ost-Berlin Günter Schabowski (links), mit ihren Fragen und Anklagen zu. Sie erzwingen eine Schweigeminute für die Todesopfer an der Mauer. Und der Ostberliner Polizeipräsident muss sich für die Gewalt gegen Demonstranten am 7. und 8. Oktober 1989 in Berlin entschuldigen.
Quelle: picture-alliance/dpa/ Wolfgang Kumm
Berliner Sonntagsgespräch am 29. Oktober 1989 vor dem Ostberliner Roten Rathaus. Etwa zwanzigtausend Menschen sind erschienen. Über fünf Stunden lang setzen sie den Vertretern des Machtapparates, wie dem SED-Chef von Ost-Berlin Günter Schabowski, mit ihren Fragen und Anklagen zu. Sie erzwingen eine Schweigeminute für die Todesopfer an der Mauer. Und der Ostberliner Polizeipräsident muss sich für die Gewalt gegen Demonstranten am 7. und 8. Oktober 1989 in Berlin entschuldigen.
Quelle: Bundesarchiv/183-1989-1029-015/Rainer Mittelstädt
Der Minister für Erzbergbau und Mineralogie, Kurt Singhuber (vorn links, von hinten), diskutiert am 3. November 1989 mit den Bergarbeitern in Mansfeld. Das jahrelange Schweigen hat ein Ende. Die Mansfeld-Kumpel halten sich mit ihrer Kritik an der DDR-Führung nicht zurück.
Quelle: Eberhard Klöppel
Bis dahin unvorstellbar: ein General der Nationalen Volksarmee in der Kirche. Generaloberst Horst Brünner (Mitte), Stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung, stellt sich in Eibau (Oberlausitz/Sachsen) den unbequemen Fragen der Bevölkerung.
Quelle: Eberhard Klöppel
Der von der Staatspartei SED angebotene Dialog schließt die Opposition nicht ein. Wenige Tage nach einem Gesprächsangebot teilt die SED ihren Mitgliedern in dieser internen Information mit, dass es sich bei den neu gegründeten Bewegungen und Parteien um illegale Gruppierungen und Feinde der DDR handelt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Berliner Zeitung vom 3. November 1989. Gespräche mit Vertretern des Staates werden angekündigt.
Quelle: Berliner Zeitung, 03.11.1989
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