Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Wilkommen

In der Bundesrepublik endet für die Ostdeutschen eine oft gefahrvolle, von Angst und Hoffnung begleitete Flucht. Die große Mehrheit der Westdeutschen empfängt sie außerordentlich herzlich. Bereits an den Bahnhöfen und Grenzstationen erhalten sie Verpflegung und ärztliche Hilfe.

Die Mitarbeiter westdeutscher Behörden bewältigen durch eine beeindruckende organisatorische wie menschliche Leistung den ungeahnten Zustrom. Ostdeutsche gelten nicht als Ausländer. Daher werden Formalitäten schnell erledigt und die Flüchtlinge verbringen nur wenige Tage in den Aufnahmelagern. Stolz halten sie ihre frisch ausgestellten Pässe in die Fernsehkameras.

Die neuen Bundesbürger starten hoffnungsvoll in das lang ersehnte selbstbestimmte Leben. Unterstützung erhalten sie in Form von Begrüßungsgeld, günstigen staatlichen Krediten oder Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitssuche. Wenige Wochen nach ihrer Ankunft sind viele der Neuankömmlinge in die bundesdeutsche Gesellschaft integriert: Sie haben eine Wohnung gemietet, eine Arbeitsstelle gefunden, besuchen eine Schule oder Universität. Endlich können sie in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft leben.

Ankunft in der Freiheit: Überall werden die Botschaftsflüchtlinge von Westdeutschen herzlich begrüßt, wie hier in Alsfeld (Hessen) am 5. Oktober 1989.
Quelle: Archiv Bundesstiftung Aufarbeitung, Bestand Uwe Gerig, Nr. 3911
Jubel in Hof: Ein Sonderzug aus Prag ist auf dem bayerischen Bahnhof eingerollt.
Quelle: picture-alliance/dpa/Martina Hellmann
Helfer des Deutschen Roten Kreuzes versorgen die ankommenden DDR-Flüchtlinge direkt auf dem Bahnhof. Viele haben wochenlang in der bundesrepublikanischen Botschaft in Prag auf ihre Ausreise gewartet. Am 5. Oktober 1989 in Hof (Bayern).
Quelle: Bundesregierung/Schambeck
Am 1. Oktober 1989 treffen neunhundert Ostdeutsche in Gießen ein, wo sich das zentrale Aufnahmelager für DDR-Übersiedler befindet. Die Neuankömmlinge müssen sich dort nur wenige Tage aufhalten, da sie als Deutsche schnell bundesdeutsche Pässe bekommen.
Quelle: picture-alliance/dpa/Kai-Uwe Wärner
Familie Kliewer flüchtet mit ihrem siebenjährigen Sohn Mario im Sommer 1989 aus der DDR. Mario malt dieses Bild, als er nach der gelungenen Flucht in der neuen Schule in Westdeutschland sein schönstes Ferienerlebnis festhalten soll.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Mario Kliewer
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