Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Gründungsfieber

Zwischen November 1989 und Januar 1990 sind die Menschen in der DDR höchst aktiv. Ihr Protest gegen die Herrschaft der SED wächst, ihre Kritik wird immer schärfer. Stück für Stück nehmen sie sich die lange entbehrten Freiheiten. Zur Durchsetzung ihrer Ziele bilden sie Interessenvertretungen in allen Teilen des Landes, in Großstädten genauso wie in Dörfern.

Zahlreiche Parteien und Bürgerinitiativen werden gegründet. Unter den Initiatoren sind Jugendliche und Rentner, alleinerziehende Mütter und Väter, Familien, Ärzte und Arbeiter, Konservative und Marxisten. Die Zahl neuer Vereinigungen explodiert in diesen Monaten geradezu.

Neben den vielen Initiativen und politischen Vereinigungen, die demokratische Veränderungen anstreben, gründen sich auch rechtsextreme Organisationen. Ende Januar 1990 schließen sich Neonazis in der Nationalen Alternative zusammen, die sich im März als Partei registrieren lässt.

Am 24. November 1989 wird eine Grüne Partei in der DDR gegründet. Vorangegangen sind Auseinandersetzungen zwischen den bis dahin autonom agierenden Umweltgruppen um die beste Form der Zusammenarbeit. Die Gegner von Parteistrukturen schließen sich zu einer Grünen Liga zusammen.
Quelle: picture-alliance/dpa/ADN
Programm von einem der ersten in Ostdeutschland gegründeten Betriebsräte vom 4. Dezember 1989. Die Mitarbeiter der Geräte- und Reglerwerke in Teltow (Brandenburg) haben seit Oktober 1989 für eine unabhängige Interessenvertretung im Betrieb gekämpft.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Programm von einem der ersten in Ostdeutschland gegründeten Betriebsräte vom 4. Dezember 1989. Die Mitarbeiter der Geräte- und Reglerwerke in Teltow (Brandenburg) haben seit Oktober 1989 für eine unabhängige Interessenvertretung im Betrieb gekämpft.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Blog aufrufen
Kontakte aufrufen
zum Seitenanfang