Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

Alexanderplatz

Am 4. November 1989 kam es auf dem Alexanderplatz zur größten Protestkundgebung in der Geschichte der DDR. Oppositionelle und Künstler beklagten den Zustand der Gesellschaft. SED-Funktionäre versuchten ihren Machtanspruch zu behaupten und wurden von Pfeifkonzerten unterbrochen.

Der Alexanderplatz galt als bedeutendster Platz der DDR. Ihr Aushängeschild hatte die kommunistische Staatspartei SED mit Repräsentations- und Herrschaftsarchitektur versehen. Das Sicherheitsregime auf dem Platz wurde rigoros gehandhabt, Kameras der Geheimpolizei überwachten jede Bewegung. Zwischenfälle galten als Protest und Störung im Zentrum der Macht.

Am 7. Juli 1989 protestierte auf dem Platz trotz aller Sicherheitsvorkehrungen eine kleine Gruppe Oppositioneller gegen die Fälschung der Kommunalwahlen von 1989. Das wiederholte sich jeweils am 7. der folgenden Monate. Am 7. Oktober 1989 wurde eine solche Aktion schließlich zum Ausgangspunkt für die größte Demonstration in Ost-Berlin gegen das SED-Regime seit dem Volksaufstand von 1953. Weitere Proteste folgten, so am 24. Oktober 1989 gegen die undemokratische Einsetzung des Parteiführers Egon Krenz als neuen Staatschef.

Die Aktionen, mit denen sich die Ostdeutschen auf dem Alexanderplatz in den folgenden Wochen und über das ganze Jahr 1990 zu Wort meldeten, spiegeln den Demokratisierungsprozess der ostdeutschen Gesellschaft und das Ringen um den Weg zur deutschen Einheit.

Wieder am Alexanderplatz: Der Demonstrationszug bewegt sich in Richtung Mollstraße.
Quelle: Basis-Druck-Verlag
4. November 1989: Hunderttausende zogen mit ihrer Systemkritik und ihren Forderungen nach einer neuen demokratischen Gesellschaft zum Alexanderplatz.
Quelle: Archiv Bundesstiftung Aufarbeitung, Fotobestand Klaus Mehner, 89_1104_POL-Demo_27
Großdemonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Andreas Kämper
Schlange stehen vor der Sparkasse auf dem Berliner Alexanderplatz. Im Mai und Juni 1990 erhalten DDR-Bürger Anträge für die Umstellung ihrer Sparguthaben zur Währungsunion.
Quelle: Rolf Zöllner
Im Zuge des erkämpften Rechts auf freie Meinungsäußerung melden sich auch rechtsradikale Stimmen zunehmend öffentlich zu Wort, wie hier am 20. April 1990 auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin. Dagegen treten antifaschistische Initiativen an.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Matthias Weber
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