Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

Bekenntniskirche

Die Bekenntnisgemeinde zählte in den 1980er-Jahren mit Pfarrer Werner Hilse zu jenen, die sich für politisch bedrängte Menschen in der DDR öffneten. Dazu gehörten Gruppen, die mit ihrer Kritik an der SED-Diktatur die DDR verändern, und solche, die sie verlassen wollten.

Ab 1983 trafen sich in der Bekenntniskirche ein Friedenskreis und der Arbeitskreis Schwule in der Kirche. Aufgrund staatlichen Drucks wurde ein für November 1985 angesetztes Menschenrechtsseminar abgesagt. Als Reaktion darauf kam es zur Bildung der kirchenunabhängigen Gruppe Initiative Frieden und Menschenrechte.

Seit 1988 erschien in der Gemeinde die Untergrundzeitschrift Kontext. Beiträge aus Politik, Gesellschaft, Kultur. Zudem traf sich in der Kirche ab 1988 ein von Ausreiseantragstellern gegründeter Arbeitskreis. Am 13. August 1989 – dem Jahrestag des Mauerbaus – mahnten hier Oppositionelle der Gruppe Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung politische Veränderungen in der DDR an und forderten dazu auf, eine oppositionelle Sammelbewegung zu bilden. Aus dieser Initiative ging am 12. September 1989 die Bürgerbewegung Demokratie Jetzt hervor. Vier Tage vor dem Mauerfall, am 5. November 1989, konstituierte sich in der Bekenntniskirche die Initiative zur Gründung einer Grünen Partei in der DDR.

Treffen der Reisegruppe 88, deren Mitglieder sich gegenseitig stützten bei ihrem Ziel, eine Genehmigung zum Verlassen der DDR zu erhalten.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Barbara Hanus
Öffentliches Benennen von Umweltverschmutzungen wird in der DDR als staatsfeindliche Kritik verstanden.
Quelle: Gemeinde der Bekenntniskirche Berlin-Treptow
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