Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

Haus der Demokratie

In der DDR waren die Monate um den Jahreswechsel 1989/90 geprägt durch revolutionäre Auseinandersetzungen. Sie fanden ihren Ausdruck in unzähligen Demonstrationen und Streiks im ganzen Land. Ein weiterer Schauplatz bot sich am Zentralen Runden Tisch. Dort rangen systemkritische Kräfte mit Vertretern der SED-Diktatur um die Demokratisierung der ostdeutschen Gesellschaft.

Das Eckhaus Friedrichstraße 165 wurde unter dem Namen Haus der Demokratie zu einem Symbol dieses Ringens. Im Januar 1990 zogen Bürgerbewegungen wie Neues Forum, Demokratie Jetzt, Vereinigte Linke, Grüne Liga, Unabhängiger Frauenverband oder Initiative Frieden und Menschenrechte in das imposante Gebäude. Die SED als vormaliger Mieter hatte das Haus auf Beschluss des Runden Tisches für diesen Zweck räumen müssen.

Dem Informationsmonopol der SED galt es eine unabhängige Presse entgegenzusetzen. Wenige Meter vom Haus der Demokratie entfernt, in der Französischen Straße 47, arbeitete deshalb ab Dezember 1989 die Redaktion der Wochenzeitung die andere. Herausgegeben wurde die Zeitung vom Neuen Forum im neu gegründeten BasisDruck Verlag.

Der BasisDruck Verlag machte im März 1990 mit einer weiteren Publikation von sich reden. Er veröffentlichte erstmals Dokumente der vormals gefürchteten DDR-Geheimpolizei in seinem Buch Ich liebe euch doch alle. Befehle und Lageberichte des MfS.

16. März 1990: Verkauf des Buches Ich liebe euch doch alle vor dem Haus der Demokratie mit bis dahin geheimen Dokumenten des Ministeriums für Staatssicherheit.
Quelle: ADN/ZB/Altwein
Das Haus der Demokratie war über die Grenzen Berlins bekannt und stand für den Bürgerprotest, welcher der SED-Herrschaft ein Ende setzte.
Quelle: Ilona Schäfer
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