Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

Rathaus Schöneberg

Berlin wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Zentrum der Auseinandersetzung zwischen dem kommunistischen Osten und dem demokratischen Westen. 1948 kam es dabei zur administrativen Teilung der Stadt. Der Senat und das Abgeordnetenhaus von West-Berlin nahmen ihren Sitz im Rathaus Schöneberg. Zugleich entwickelte sich der Platz vor dem Rathaus zu einem Ort wichtiger politischer Kundgebungen. Am 26. Juni 1963 hielt der amerikanische Präsident John F. Kennedy hier seine berühmte Berlin-Rede. Die Freiheitsglocke im Rathausturm – eine Spende aus den USA – erinnert an den Willen, Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen.

Nach dem Mauerfall kam es am 10. November 1989 auf dem Platz zu einer Kundgebung mit 20.000 Teilnehmern. Befürworter und Gegner der deutschen Einheit standen sich gegenüber. Als Redner traten der ehemalige Bürgermeister West-Berlins Willy Brandt (SPD), der Regierende Bürgermeister Walter Momper (SPD), Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) auf. Kohl wurde während seiner Rede ausgebuht. Vielen galt er als Kanzler, dessen Zeit abgelaufen war. Die ostdeutsche Freiheitsbewegung ermöglichte es ihm, zum Kanzler der Einheit zu werden.

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