Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

Samariterkirche

Der Friedenskreis der Samaritergemeinde zählte in den 1980er Jahren zu den bekanntesten Oppositionsgruppen in der DDR. Im Mai 1989 beteiligte er sich an der Aufdeckung der Wahlfälschung. In den Gemeinderäumen traf sich die Koordinierungsgruppe Wahlen, die die Auszählungen aus den einzelnen Wahllokalen zusammentrug und den staatlich verkündeten Wahlergebnissen entgegenstellte.

Im Juni 1989 schlugen Oppositionelle in der Samariterkirche Klagetrommeln. Sie protestierten gegen die blutige Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung durch die kommunistische Führung. Ab September 1989 fanden hier Veranstaltungen der neuen Oppositionsgruppen statt, etwa vom Demokratischen Aufbruch.

Bekannt war die Samariterkirche schon vorher durch das Engagement ihres Pfarrers Rainer Eppelmann, der sich politisch bedrängter Menschen annahm und offene Kritik an den politischen Verhältnissen in der DDR übte. Mit den von ihm initiierten Bluesmessen setzte er Akzente in der sozialdiakonisch ausgerichteten kirchlichen Jugendarbeit.

Die kommunistische Staatspartei SED sah sich durch die dort geäußerte Gesellschaftskritik herausgefordert. Die erste Bluesmesse fand am 1. Juni 1979 statt. Der Anklang war so groß, dass zu den folgenden Veranstaltungen Hunderte Jugendliche aus der gesamten DDR anreisten.

Protesttrommeln im Sommer 1989 gegen das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke
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