Wiedersehen in Lichtenberg - Über Neonazis und die Verharmlosung rechter Gewalt

24.05.2018 | Veranstaltungen, Aktuelles

Die Gefahr und das Gewaltpotential der rechten Szene wurden nach der friedlichen Revolution in Ost und West gleichermaßen unterschätzt. Obwohl das Ausmaß rechter Gewalt in der DDR bereits in den 80er Jahren nicht mehr verheimlicht werden konnte, verharmlosten SED und Stasi es als jugendliches „Rowdytum“, das vom Westen gesteuert sei. Dass es bereits in der DDR ein gravierendes Neonazi-Problem gab, wollte die Staatsführung nicht wahrhaben. Bis auf einige wenige große Schauprozesse blieb die Szene weitestgehend unbehelligt. Doch in den Gefängnissen von Brandenburg, Torgau oder Bautzen waren die Haftbedingungen extrem und eine Auseinandersetzung mit den Jugendlichen fand nicht statt. Viele, die 1989/90 aus den Haftanstalten entlassen wurden, waren im Anschluss daran gefestigte und vor allem gewaltbereite Neonazis.

Der nachlässige Umgang, das Verleugnen und Ignorieren führten dazu, dass sich rechtes Gedankengut in der Gesellschaft verfestigte und sich ein harter Kern rechter Kader herausbilden konnte.

Ingo Hasselbach – ehemals Führungsgröße der Ostberliner Neonazi-Szene und später Gründer der Aussteigerinitiative EXIT – und einige Mitstreiter wurden vom Journalisten Peter Wensierski bereits 1990 in Lichtenberg gefilmt und befragt. Sie sprechen über das Ausmaß rechter Gewalttaten in der DDR und die Wurzeln der Radikalisierung, die bis heute in das rechte und rechtspopulistische Milieu hineinreichen. Es werden bislang unveröffentlichte Filmausschnitte aus der rechten Szene Ostberlins und insbesondere Lichtenbergs von 1987 bis 1991 gezeigt.

Gespräch:
Ingo Hasselbach, Autor - Aussteiger aus der Neonazi-Szene, Mitbegründer der Aussteigerinitiative EXIT 
Peter Wensierski, Journalist, Autor und Dokumentarfilmer

Moderation: 
Nadja Klier, Fotografin, Autorin und Filmproduzentin

Termin: 24. Mai 2018, 19 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, „Haus 22“, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.
Der Zugang zu "Haus 22" ist nicht barrierefrei. Wir bitten, dies zu entschuldigen.
Die Platzkapazitäten sind begrenzt.

Veranstalter:

Die Robert-Havemann-Gesellschaft und Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden. 


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