• 01.08.2017

Haus 15 - Es steht ein Haus in Lichtenberg

Haus 15 der Stasi-Zentrale Ecke Frankfurter Allee - Ruschestraße. Wo zu DDR-Zeiten Auslandsspionage betrieben wurde, wohnten bis zum 31. Juli 2017 noch Flüchtlinge.
источник: Christhard Läpple

Bildungsarbeit und Schülerprojekte in der Stasi-Zentrale

Junge Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, haben keine Vorstellung vom Leben in der Diktatur. In der Stasi-Zentrale erfahren sie am historischen Ort, wie die DDR-Geheimpolizei organisiert war und wie sie der SED über 40 Jahre die Herrschaft sicherte. Die Dauerausstellung „Revolution und Mauerfall“, die am 15. Juni im Innenhof des Areals in Lichtenberg eröffnet wird, wirft einen anderen Blick auf die Geschichte. Sie zeigt, wie die Diktatur in der DDR überwunden wurde.  

Neue Impulse für die Stasi-Zentrale

Das ehemalige Stasi-Gelände teilen sich heute viele unterschiedliche Eigentümer und Nutzer. Noch stehen etwa ein Drittel der 175.000 Quadratmeter Nutzfläche leer. Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?

Nach dem Mauerfall wurden große Teile des Areals als Bürostandort der Deutschen Bahn genutzt. Die Stasi-Unterlagenbehörde und das Stasi-Museum haben hier seit 1990 ihren Sitz. Ein Problem war lange Zeit der Leerstand in den ehemaligen Bürogebäuden, die die Bahn an einen privaten Investor verkaufte. Seit Oktober 2015 leben in den 13-stöckigen Plattenbauten an der Ruschestraße 103-104 etwa 1300 Flüchtlinge. Die ehemalige Poliklinik wird als Ärztehaus betrieben. Zudem befinden sich auf dem Gelände ein Finanzamt, verschiedene Verbände und ein alternatives Wohnprojekt.

Unterwegs im Stasi-Revier

Von 1950 bis 1990 befand sich das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in Berlin-Lichtenberg. In der Stasi-Zentrale arbeiteten bis zu 7000 hauptamtliche Mitarbeiter. Das über zwei Quadratkilometer große Gelände war für die Bevölkerung nicht zu betreten. Heute können Besucher das Stasi-Revier bei einer Geländeführung erkunden. 

Vom U-Bahnhof Magdalenenstraße sind es nur wenige Meter bis zur ehemaligen Machtzentrale der SED-Diktatur. Hohe Plattenbauten flankieren den Eingang wie kolossale Betonskulpturen. Eine Auffahrt führt vorbei an trostlosen Brachflächen, auf einem Hinterhof spielen Kinder der Flüchtlingsfamilien, die in einer Notunterkunft auf dem Gelände untergebracht sind. Ihre Lebendigkeit und ihre hellen Stimmen stehen im Kontrast zu den grauen, roh verputzten Fassaden in dem riesigen Gebäudekomplex.

Spießigkeit und Macht: Ein Besuch im Stasi-Museum

Die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg: Am Anfang waren es nur einige Räume im Finanzamt, am Ende umfasste der Sitz des Ministeriums für Staatsicherheit (MfS) rund 50 Dienstgebäude auf einem Areal von über zwei Quadratkilometern. Das Zentrum bildete das Haus 1. Hier hatte Stasi-Minister Erich Mielke von 1962 bis 1989 sein Büro, seit 1990 ist es ein Museum. Die Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" informiert auf drei Etagen über die Entwicklung, die Funktion und die Arbeitsweise der Staatssicherheit.

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