Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Gethsemanekirche Berlin

Anfang Oktober 1989 wird die Gethsemanekirche zum Zentrum des Widerstands und zu einem Brennpunkt der Revolution. Ein Kontakttelefon übernimmt die Aufgaben einer Nachrichtenagentur. Solidaritätsaktionen für inhaftierte Demonstranten schaffen öffentliche Aufmerksamkeit. Zu Informationsveranstaltungen kommen Tausende Menschen.

Mahnwache vor der Ostberliner Gethsemanekirche am 8. Oktober 1989.
Quelle: picture-alliance/dpa/Lehtikuva Oy
8. Oktober 1989: Am Tag nach dem brutalen Vorgehen der Sicherheitskräfte besuchen viele Menschen die Mahnwache in der Ostberliner Gethsemanekirche. Sie fragen nach verschwundenen Angehörigen und informieren sich über die Lage im Land.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Nikolaus Becker
In den ersten Oktobertagen 1989 wird die Gethsemanekirche zum Informations- und Medienzentrum. Korrespondenten aus aller Welt, ursprünglich angereist zu den Staatsfeierlichkeiten, berichten nun über eine Revolution.
Quelle: Rolf Zöllner
Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Gottfried Forck, während einer Fürbittandacht in der Ostberliner Gethsemanekirche am 9. Oktober 1989. Tausende Besucher kommen täglich zu den Informationsveranstaltungen.
Quelle: picture-alliance/epd/Bernd Bohm
Freude vor der Ostberliner Gethsemanekirche: Am 9. Oktober 1989 zieht die Polizei ab, die bis dahin die Straßen um die Kirche abgesperrt hatte. Die Mahnwache geht weiter, da noch immer Demonstranten in Haft sitzen.
Quelle: picture-alliance/epd/Harald Hauswald
Kontakttelefon: Oppositionelle tragen Informationen aus der ganzen DDR über Demonstrationen, Verhaftungen und staatliche Übergriffe zusammen. Diese werden in der Gethsemanekirche sowie über das Untergrundblatt telegraph öffentlich bekannt gemacht. Klaus Kuppler am Telefon, 12. Oktober 1989.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Parallel zur Mahnwache findet zeitweise eine Fastenaktion in der Ostberliner Gethsemanekirche statt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Thomas Zickler
Am 23. Oktober 1989 in Ost-Berlin. Vertreter oppositioneller Gruppen stellen den internationalen Medien einen hundertseitigen Bericht über die Polizeieinsätze vor – Ehrhart Neubert, Jürgen Gernentz, Marianne Birthler, Werner Fischer, Christoph Singelnstein (sitzend v.l.n.r.). Am Mikrofon Klaus Voß, Stellvertreter des Generalstaatsanwalts.
Quelle: Bundesarchiv/183-1989-1023-019/Bernd Settnick
Demonstranten fordern am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin die Veröffentlichung der Gedächtnisprotokolle.
Quelle: Rolf Zöllner

Am 2. Oktober 1989 rufen Mitglieder des Weißenseer Friedenskreises, der Umwelt-Bibliothek und der Kirche von Unten die Mahnwache in der Ostberliner Gethsemanekirche ins Leben. Ziel ist die Freilassung der im September in Leipzig inhaftierten Demonstranten. Die Prügelorgien der Einsatzkräfte am 7. und 8. Oktober in Berlin und die Verhaftung von Protestierenden machen viele Menschen wütend. Tausende kommen zu den allabendlichen Gottesdiensten und unterstützen die Solidaritätsaktionen.

Im Gemeindehaus tragen Bürgerrechtler über ein Kontakttelefon rund um die Uhr Informationen aus dem ganzen Land zu oppositionellen Aktivitäten und zu Verhaftungen zusammen. Übergriffe der Staatsmacht werden in Gedächtnisprotokollen dokumentiert. Diese bilden später die Grundlage für eine Unabhängige Untersuchungskommission. Sie soll die gewalttätigen Einsätze öffentlich aufarbeiten.

Auszug aus dem Brief von Jörg Zickler an seine Eltern vom 7. Oktober 1989. Zickler engagiert sich in der oppositionellen Gruppe Kirche von Unten und ist Mitorganisator der Mahnwache in der Gethsemanekirche. Noch am selben Tag wird der 24-Jährige bei einer Demonstration in Berlin verhaftet.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Auszug aus dem Brief von Jörg Zickler an seine Eltern vom 7. Oktober 1989. Zickler engagiert sich in der oppositionellen Gruppe Kirche von Unten und ist Mitorganisator der Mahnwache in der Gethsemanekirche. Noch am selben Tag wird der 24-Jährige bei einer Demonstration in Berlin verhaftet.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Gedächtnisprotokoll einer Mutter, die gemeinsam mit ihrem Sohn am 7. Oktober 1989 in der Lychener Straße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg verhaftet wurde. Solche eindrücklichen Erlebnisberichte prägen die innenpolitische Diskussion im Herbst 1989.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Gedächtnisprotokoll einer Mutter, die gemeinsam mit ihrem Sohn am 7. Oktober 1989 in der Lychener Straße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg verhaftet wurde. Solche eindrücklichen Erlebnisberichte prägen die innenpolitische Diskussion im Herbst 1989.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Aufruf vom Oktober 1989.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
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