Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Immer mehr wollen raus

Mehr als hunderttausend Menschen stellen allein im ersten Halbjahr 1989 einen Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik. Sie sehen keine Perspektiven mehr in der DDR. Zehntausende verlassen im Sommer das Land. Viele flüchten in die bundesdeutschen Vertretungen in Prag, Budapest, Warschau oder Ost-Berlin.

Ostdeutsches Paar auf dem Weg in das ungarische Flüchtlingslager Csilleberc in Budapest am 4. September 1989.
Quelle: akg-images/AP

Im Mai 1989 beginnt Ungarn mit dem Abbau seiner Grenzanlagen zu Österreich. Umfassend berichten die westdeutschen Medien darüber und lösen die größte Fluchtwelle in der Geschichte der DDR seit dem Mauerbau aus. Vor allem junge Menschen flüchten während der Sommerferien über die benachbarten Ostblockstaaten. Die gefälschten Ergebnisse der Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989 noch im Kopf, stimmen sie nun mit den Füßen ab.

Immer mehr Menschen klettern über Zäune und Mauern in völlig überfüllte bundesdeutsche Botschaften. Am 30. September verkündet der westdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher in Prag die lang ersehnte Ausreise in die Bundesrepublik. Seine Stimme geht im befreienden Jubelschrei der Menschen unter. Die DDR-Führung ist nicht in der Lage, auf die Flucht und den Reformwillen der Bevölkerung angemessen zu reagieren.

Wolfgang Mayer, Flucht und Ausreise. Anita Tykve-Verlag 2002/Grafik: eckedesign
Quelle: Statistik der Übersiedlungen in die Bundesrepublik von 1949 bis Ende 1989.

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