Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Über Ungarn in die Freiheit

Ausreisewillige nutzen alle möglichen Wege, um aus der DDR in die Bundesrepublik zu gelangen. Die Bilder vom Abbau der ungarischen Sperranlagen an der Grenze zu Österreich gehen im Mai 1989 um die Welt. Tausende Ostdeutsche reisen daraufhin nach Ungarn. Viele Flüchtlinge begeben sich in die bundesdeutsche Botschaft in Budapest, andere warten in der Nähe der Grenze auf eine günstige Gelegenheit zum Entkommen. Denn legal können sie die Grenze nicht passieren und ungarische Polizisten hindern viele an der Flucht.

Ungarn beginnt am 2. Mai 1989 mit dem Abbau der Sperranlagen an der Grenze zu Österreich.
Quelle: AP-Photo/Kronen Zeitung/Gino Molin
Sommer 1989: Wegen der Überfüllung der bundesdeutschen Botschaft wird in einem Park im Budapester Stadtteil Zugliget ein Auffanglager eingerichtet.
Quelle: picture-alliance/ZB/Ulrich Haessler
Während des Paneuropäischen Picknicks am 19. August 1989 in der Nähe von Sopron (Ungarn) fliehen mehrere Hundert Ostdeutsche durch einen angelehnten Grenzzaun nach Österreich. Die ungarischen Grenzsoldaten halten sie nicht auf.
Quelle: picture-alliance/dpa/Votava
In den Sommermonaten versuchen viele Ostdeutsche, von Ungarn aus über die grüne Grenze nach Österreich zu fliehen. Noch wird die Grenze bewacht. Gleichwohl gelingt immer wieder Einzelnen die Flucht, wie dieser kleinen Gruppe im August 1989.
Quelle: Dirk Eisermann/Hamburg
Der 39-jährige Ostberliner Kantinenbetreiber Gerhard Meyer erreicht am 11. September 1989 mit seiner Familie gegen drei Uhr nachts als Erster den Kontrollpunkt in Passau (Bayern).
Quelle: picture-alliance/dpa/Karl Staedele

Mehr als sechshundert Menschen nutzen am 19. August 1989 das Paneuropäische Frühstück, um durch den nahe gelegenen Grenzzaun zu fliehen. Der Weg über Ungarn in den Westen ist jedoch noch immer gefährlich: Wenige Tage später erschießen Grenzsoldaten bei einem Handgemenge einen ostdeutschen Jugendlichen.

Der Strom der Flüchtlinge reißt trotz allem nicht ab. Tausende kampieren im Garten der überfüllten Botschaft, in ihren Autos und in kurzfristig errichteten Aufnahmelagern. Schließlich verkündet die ungarische Regierung, am 11. September die Grenze zu Österreich endgültig zu öffnen. In den nächsten Tagen verlassen 14.000 Ostdeutsche Ungarn in Richtung Bundesrepublik. Bis zum Mauerfall werden es mehr als 50.000 sein.

Aufruf zur Teilnahme am Paneuropäischen Picknick. Das ungarisch-österreichische Treffen steht unter der Schirmherrschaft des Europa-Abgeordneten Otto von Habsburg und des ungarischen Reformpolitikers und Staatsministers Imre Pozsgay. Das Flugblatt verteilen die Organisatoren in ungarischer und deutscher Sprache.
Quelle: Dirk Eisermann/Hamburg
Meldung der DDR-Presseagentur ADN am 11. September 1989 in der SED-Parteizeitung Neues Deutschland.
Quelle: Neues Deutschland, 11.9.1989
Am 21. September veröffentlicht das Neue Deutschland mit der „Mentholzigarettenentführung“ einen absurden Bericht. Die Fluchtwelle sei vom Westen organisierter Menschenhandel. Am 3. November entschuldigt sich die Zeitung für diese Lüge.
Quelle: Neues Deutschland, 21.9.1989
Am 21. September veröffentlicht das Neue Deutschland mit der „Mentholzigarettenentführung“ einen absurden Bericht. Die Fluchtwelle sei vom Westen organisierter Menschenhandel. Am 3. November entschuldigt sich die Zeitung für diese Lüge.
Quelle: Neues Deutschland, 21.9.1989
Die oppositionelle Umwelt-Bibliothek Berlin bezieht im September 1989 Stellung zur Massenflucht. Sie sieht darin eine „revolutionäre Situation“. Der Artikel aus der Untergrundzeitschrift Umweltblätter wird auch als Flugblatt verteilt.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft
Nach der Flucht aus Ungarn erhalten die Ostdeutschen einen Einreisesichtvermerk der Republik Österreich - und zur Orientierung in der neuen Welt einen Stadtplan von Wien.
Quelle: Privatarchiv
Familie Kliewer flüchtet mit ihrem siebenjährigen Sohn Mario im Sommer 1989 aus der DDR. Mario malt dieses Bild, als er nach der gelungenen Flucht in der neuen Schule in Westdeutschland sein schönestes Ferienerlebnis festhalten soll.
Quelle: Ute und Hartmut Kliewer
In diesem Teddy schmuggelt eine ostdeutsche Familie im Sommer 1989 fast 19.000 Forint (ungarische Währung) über die Grenze, da der offizielle Umtausch mit 2.650 Forint pro Jahr stark eingeschränkt ist.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
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