Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

Mauerfall

Die DDR-Bevölkerung fordert freie Reisemöglichkeiten. Nach der Bekanntgabe einer neuen Reiseregelung strömen die Ostberliner zu den Grenzübergängen. Sie erzwingen die Öffnung der Grenzen noch in derselben Nacht.

Seit dem Sommer 1989 reißt die Fluchtbewegung nicht ab. Zehntausende haben allein in den ersten Novembertagen die DDR verlassen. Die Situation wird für die DDR-Führung unhaltbar. Am Abend des 9. November verkündet Günter Schabowski als deren Vertreter auf einer internationalen Pressekonferenz die liberalste Reisebestimmung der DDR seit dem Mauerbau.

Eigentlich sollen geregelte Reisemöglichkeiten mit Pass und Visum erst vom folgenden Tag an gelten. Doch die Pressekonferenz wird im DDR-Fernsehen live übertragen. Das Westfernsehen meldet eine Stunde später: "DDR öffnet Grenze". Immer mehr Ostberliner finden sich an den Übergangsstellen der Berliner Mauer ein. Sie drängen das überraschte Grenzpersonal dazu, der verkündeten Reiseregelung sofort nachzukommen.

Kurz nach Mitternacht sind alle Grenzübergänge offen. Der Kalte Krieg und die Teilung der Welt in zwei feindliche Blöcke sind beendet. Westliche Fernsehprogramme senden Bilder vom Mauerfall in die ganze Welt.

Der Grenzübergang Bornholmer Straße muss in der Nacht des 9. November 1989 als erster auf Druck der Ostberliner geöffnet werden.
Quelle: Andreas Schoelzel
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