Protest gegen die Einsetzung von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzendem am 24. Oktober 1989 in Ost-Berlin vor dem Staatsratsgebäude.
Quelle: picture-alliance/dpa/Wolfgang Kumm

WIR sind das Volk!

Die oppositionellen Gruppen in Leipzig prägen mit ihren gewaltfreien Montagsdemonstrationen die zentrale Aktionsform der Protestbewegung im ganzen Land. Immer mehr Menschen schließen sich an. Am 9. Oktober 1989 sind es in Leipzig Zehntausende.

Demonstration auf dem Leipziger Innenstadtring am 9. Oktober 1989.
Quelle: Heinz Löster

Im Herbst 1989 versammeln sich nach den montäglichen Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche immer wieder Menschen auf dem Kirchenvorplatz. Sie fordern Reise- und Meinungsfreiheit. Trotz zahlreicher Verhaftungen nimmt die Zahl der Demonstranten von Woche zu Woche zu. Am Abend des 25. September sperrt die Polizei die Straßen um die Kirche ab. Trotzdem gelangen etwa fünftausend Demonstranten zum Innenstadtring. Am darauffolgenden Montag ziehen bereits rund zwanzigtausend Menschen durch Leipzig.

Am Montag, dem 9. Oktober ist in der Stadt die Luft zum Zerreißen gespannt. Es kursieren Gerüchte, dass die Demonstration gewalttätig verhindert werden soll. Tausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Trotzdem halten die Menschen an ihrem Protest fest. Zehntausende demonstrieren an diesem Abend gegen die politischen Verhältnisse in der DDR, fordern demokratische Veränderungen und rufen "Wir sind das Volk!". Die Sicherheitskräfte greifen nicht ein.

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